Aufbruch in neue Umlaufbahnen des Klangs Das Jahr 1969 stand unter elektrischer Spannung. Die Popmusik öffnete sich für Studioexperimente, Rockbands erweiterten ihre Formen, und die gesellschaftliche Gegenkultur stellte vertraute Hierarchien infrage. Auch der Jazz befand sich an einem kritischen Punkt. Seine großen Errungenschaften waren etabliert, doch gerade deshalb drohte die Gefahr, dass Virtuosität, Harmonie und Improvisation in immer sichereren Bahnen kreisten. Miles Davis verweigerte sich dieser kreativen Schwerkraft. Mit Bitches Brew, aufgenommen 1969 und 1970 veröffentlicht, veränderte er nicht nur die Klangsprache des Jazz, sondern auch die Vorstellung davon, was ein Album überhaupt sein konnte. Elektrische Instrumente, Rockrhythmen, freie Improvisation …
Klangkosmos im Umbruch: Wie Miles Davis mit Bitches Brew das Jazz-Universum neu ordnete





